FAQ

Hier haben wir Ihnen die relevantesten Fragen zum Thema Stiftungen aufgeführt.
Über unsere Seitensuche (oben links) können Sie gezielt Stichworte eingeben und gelangen dann zu den entsprechenden Erklärungen.

⇒ Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, wir können Ihnen dann gezielt weiterhelfen.


Was ist eine Stiftung?

Der Stifter erklärt im Rahmen des Stiftungsgeschäftes, dass er ein bestimmtes Vermögen für einen bestimmten Zweck dauerhaft bereitstellen möchte. Die Stiftung ist dabei mit einem Mindestmaß an Organisation ausgestattet, um über den konkreten Einsatz der Stiftungsmittel zu entscheiden und diese Entscheidungen zu realisieren.


Welche Ziele kann eine Stiftung verfolgen?

Die Zwecke werden vom Stifter bestimmt und in der Satzung niedergelegt. Der Stifter hat grundsätzlich Gestaltungsfreiheit. Interessant sind für viele Stifter steuerbegünstigte Zwecke. Darunter fallen beispielsweise die Förderung des Sports, der Altenpflege, der Kunst und Kultur, der Bildung, des Naturschutzes, der Entwicklungshilfe.


Welchen Namen kann die Stiftung tragen?

Der Stifter ist frei in der Gestaltung der Namensgebung. Er kann seinen eigenen Namen für die Stiftung wählen. Natürlich ist es möglich, im Stiftungsnamen den Stiftungszweck zum Ausdruck zu bringen.


Kann ich als Stifter selbst für meine Stiftung aktiv werden?

Ja, nicht ohne Grund werden derzeit die meisten Stiftungen zu Lebzeiten gegründet. Das Engagement bestimmt der Stifter selbst. Er kann sich z. B. als Kuratoriumsvorsitzender, Stiftungsdirektor oder Vorstand seiner eigenen Stiftung auf die Realisierung der Stiftungsziele konzentrieren.


Welche Kapitalhöhe ist für die Stiftungserrichtung erforderlich?

Die Kapitalausstattung ist abhängig von der Zielsetzung, die die Stiftung verfolgen soll. Der Gesetzgeber hat grundsätzlich keine Grenzen festgelegt. Die Kapitalausstattung sollte so gewählt werden, dass die Zweckerfüllung unter Kostengesichtspunkten sinnvoll erscheint.

 
Kann nur Geld in eine Stiftung eingebracht werden?

Prinzipiell können einer Stiftung alle bewertbaren Vermögensgegenstände, wie z.B. Kunstwerke, Immobilien, Wertpapierdepots, Grundstücke übertragen werden.


Bleibt bei einer Stiftung das eingebrachte Kapital erhalten?

Grundsätzlich ja: Der Kapitalerhalt ist ein wesentliches Kriterium einer Stiftung. Werden Vermögenswerte auf eine gemeinnützige Stiftung übertragen, sollen diese Werte in den meisten Fällen ungeschmälert bewahrt werden. Das Stiftungsvermögen der Treuhandstiftung kann, wenn es der Stifter wünscht, ganz oder teilweise für die Erfüllung des Stiftungszweckes eingesetzt werden.


Welche steuerlichen Vorzüge ergeben sich bei der gemeinnützigen Stiftung?

Der überwiegende Teil der deutschen Stiftungen wird als gemeinnützig anerkannt. Der Staat belohnt gemeinnützige Stiftungen und den Stifter mit zahlreichen Steuerprivilegien:

•    Das zu übertragene Vermögen ist von der Schenkung- und Erbschaftsteuer befreit.

•    Die Erträge, die die Stiftung in Zukunft erzielt, sind grundsätzlich von allen Steuern befreit.

•    Das Vermögen steht also dem Stiftungszweck steuerfrei zur Verfügung.
     Im Hinblick auf die Einkommensteuer hat der Stifter die Möglichkeit, bis zu 20 % seiner
     Gesamteinkünfte (Spendenhöchstgrenze)- steuermindernd anzusetzen.

•    Es können Zuwendungen in das Grundstockvermögen von gemeinnützigen Stiftungen bis zu
     1 Million Euro (bei Ehepaaren 2 Millionen Euro) als Sonderausgaben in der privaten
     Steuererklärung von Stiftern steuermindernd angesetzt und im Zeitraum von 10 Jahren
     frei verteilt werden.


Ist es schwer, eine Stiftung zu leiten?


Details, die zu beachten sind, können entweder der einschlägigen Literatur entnommen oder durch Zuhilfenahme von Experten geklärt werden (siehe Stiftungsverwaltung).


Benötige ich zur Stiftungsgründung einen Notar?

Grundsätzlich wird kein Notar benötigt. In Ausnahmefällen, wie z.B. bei der Übertragung von Immobilienvermögen oder bei Konstruktionen von Unternehmensstiftungen, ist ein Notar erforderlich.


Welchen Zeitaufwand erfordert die Führung einer Stiftung?

Der notwendige Zeitaufwand ist abhängig vom Stiftungszweck. Unterstützt die Stiftung mit den Erträgen eine gemeinnützige Organisation, so reduziert sich die Stiftungsarbeit auf ein Minimum. Organisiert die Stiftung jedoch z.B. Veranstaltungen, vergibt sie Stipendien oder realisiert sie eigene Projekte, so ist der Zeitaufwand entsprechend höher.


Muss ich bei einer Gründung zu Lebzeiten mein gesamtes Vermögen in die Stiftung einbringen?

Nein, der Stifter kann über die Höhe frei entscheiden. Es ist ratsam, mit einem kleineren Teil des Vermögens zu beginnen. Man spricht in diesem Fall von der "Verprobung" der Stiftung. Sofern der Stifter dann mit der Arbeit seiner Stiftung zufrieden ist und die guten Wirkungen sieht, wird er in der Regel der Stiftung weitere Mittel zukommen lassen. Es ist allerdings zu beachten, dass der Gründungshöchstbetrag von max. 1 Million  Euro  (bei Ehepaaren 2 Millionen Euro) als Sonderabzug nur alle 10 Jahre zur Verfügung steht.


Welche Motive werden außerdem für die Gründung einer Stiftung angeführt?


Immer mehr Menschen erkennen ihre Verantwortung für die Gesellschaft, in der sie leben. Immer mehr Menschen möchten an dem gesellschaftlichen Prozess der Demokratie aktiv teilnehmen und ihn unterstützen. Viele Mitmenschen möchten sich engagieren, helfen und unbürokratisch die Entwicklungen in den wissenschaftlichen, kulturellen oder sozial-politischen Disziplinen vorantreiben.


Soll ich spenden oder stiften?

Viele Stifter haben zum Zeitpunkt der Stiftungsgründung bereits viele Jahre Spenden an gemeinnützige Institutionen geleistet. Mit der Stiftungsgründung kann der Stifter sein gemeinnütziges Engagement auf eine solide und zukunftsweisende Basis stellen; und dies in mehrfacher Hinsicht. Zum einen ist der Stifter mit seiner eigenen Stiftung näher an der Zweckerfüllung: Er bestimmt, was mit den Zinserträgen geschieht, er bestimmt den Kreis der Begünstigten, der zu fördernden oder der auszuzeichnenden Personen.
Er hat somit einen direkten, teilweise auch persönlichen Bezug zu seinem gemeinnützigen Engagement. Zweitens weiß er genau, wie sich die Erträge aufteilen, wie viel Prozent er für die Verwaltung seiner Stiftung aufwendet, wie viel den Begünstigten zukommt, wie viel ihn die Akquisition von Zustiftungen und Spendengeldern kostet. Was mit seinen Geldern geschieht, bestimmt der Stifter. Weiterhin kann er gerade bei hohen Einkommen durch den beträchtlichen Sonderausgabenabzug, den die eigene Stiftung bietet, u. U. beträchtliche Steuerersparnisse nutzen.


Kann meine Stiftung erben?

Eine weitere, wichtige Motivation von Stiftern stellt das Nachfolgeproblem dar. Nicht selten haben die Vermögensinhaber keine Erben - oder sie möchten diese aufgrund der unterschiedlichsten Gründe über den Pflichtteil hinaus nicht weiter bedenken. Das wirft Probleme auf. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass Vermögensmassen von mehreren Milliarden Euro an den Fiskus fallen, weil keine Erben vorhanden sind oder testamentarisch nicht entsprechend berücksichtigt werden. Vor diesem Hintergrund ist es nur empfehlenswert, sich für die eigene Stiftung als Erben zu entscheiden.


Kann ich meine Familie mit der Stiftung absichern?


Einen nicht unwesentlichen Faktor bei der Entscheidung einer Stiftungsgründung stellt die Drittellösung dar. Sie besagt, dass bis zu einem Drittel der jährlichen Erträge für die eigene Versorgung und die der nächsten Angehörigen (Ehegatten, Eltern, Großeltern, Kinder, Enkel, Geschwister, Pflegeeltern und Pflegekinder) verwendet werden darf. Versorgung meint den Unterhalt, die Grabpflege sowie die Ehrung des Andenkens. Weiterhin ist es möglich, Familienmitglieder mit Anstellungs- bzw. Honorarverträgen in die Stiftungsaktivitäten einzubinden.

 
Ist es empfehlenswert eine Bank mit der Stiftungsverwaltung zu beauftragen?


Um Banken nicht Interessenkonflikten auszusetzen, erscheint es sinnvoll, die Stiftungsgründung und Verwaltung einem unabhängigen Stiftungsmanagement zu übertragen. Des weiteren können auch unabhängige Vermögensverwaltungen für ein professionelles Asset-Management sorgen. Dabei werden Stiftungskonten und Depots bei unterschiedlichen Bankhäusern geführt. So ist eine gegenseitige Kontrolle im Sinne des Stifters gegeben.



Wann sollte ich meine Stiftung errichten?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Die Stiftungsgründung zu Lebzeiten und die Stiftungsgründung von Todes wegen. Die Errichtung zu Lebzeiten ist seit einiger Zeit im Trend, nicht zuletzt, weil sie zahlreiche Vorteile bietet: Zum einen kann der Stifter die Erfolge seiner Stiftung zu Lebzeiten genießen, zum anderen kann er die Stiftungsarbeit kontrollieren und beeinflussen und gegebenenfalls nachbessern. Die Stiftung ist als Teil der Vermögensplanung zu sehen. Zivil- und steuerrechtliche Möglichkeiten können zu Lebzeiten zur sinnvollen Vermögensgestaltung genutzt werden. Alternativ ist es auch möglich, eine Stiftung durch Testament zu errichten.